Tag 29 – Es wird ernst und die Schwermut liegt wie eine dunkle Wolke über der Stadt

Das wars. Hier endet die Reise. Soll es das gewesen sein. Es war mehr als bloß eine Reise. Mehr als bloß ein paar beschriebene Blätter eines Reiseberichts einer verlorenen Seele im Weltraum, mehr als nur das stumpfe Blinken eines irrenden Sternes in der Ferne unter vielen, der der hellste sein wollte und doch nur einer unter vielen bleiben wird. War es das? Es war mehr als bloß die pure Abenteuerlust und das Nachgeben einer schier unendlichen, nie endenden Sucht nach dem Unbekannten . Es war eine Reise in die Vergangenheit, zu Orten vergangener Zeiten, die mich bewegten und wer weiß wie viele schon zuvor. Es war eine Reise zum Mittelpunkt meines Mikrokosmos, dirt wo die Gefühle kalben wie die Gletcher oder der immer größer werdende Fluss seinem Urschprung entspringt, dem ersten Felsspalt oder dem sumpfigen Gras der Berge. Wars das? Ein weiterer Teil des Weges den wir beschreiten und den wir alle gehen müssen und dessen Dynamik uns unaufhaltsam firschreiten lässt obwohl wir uns vielleicht noch nicht bereit fühlen für die Aufgaben und Entscheidungen, die das Leben für uns trifft? Ich habe Angst davor. Jede Entscheidung, die ich treffe sollte der Quelle meines Bewußtseins enspringen, doch tut sie das wirklich? Gefühle überkommen mich, das Leben entscheidet für mich und ich gehe weiter, lasse die Städte hinter mir und folge dem Pfad, der vor mir liegt. An den Abzweigungen suche ich nach dem unwegsameren Weg und gerate in er weiter entlegene Gegenden. Ich sitze im Cafe und ziehe Resümee. War es das wirklich schon? Sollte diese Reise hier und jetzt enden oder bis der erste meiner Füße aus dem Flugzeug steigt um deutschen, in Wirklichkeit allmenschlichen Boden betritt und Berlin mir wieder in die Augen sieht und sagt, du bist daheim, schön dass du wieder da bist Junge. Willkommen zu Hause. Endet dort die Reise oder startet hier die nächste Etappe? Ich fühle mich noch nicht bereit für diesen Schritt. Die Sehnsucht und Schwermut überkommt mich. Spricht hier ein Gefühl aus mir, welches mich an allem zweifeln lässt oder ist es der Teil der puren Essenz eines Gefühls welches ungefiltert dieser Gebirgsquelle entspringt, die zum ersten Mal das Licht der Welt entdeckt, bereit die Welt zu erkunden. Meine Füße sind schwer, ich kann mich kaum bewegen, ich laufe durch zähe Kaugummimasse. War es das? All die Menschen, die mir so viel bedeuten lasse ich zurück. Es überkommt mich bei dem Gdanken daran. Ich will nicht, will es aus mir herausbrechen und: lasst mir noch etwas Zeit, es ist nocht nicht Zeit zu gehen. Ich bleibe stumm wie ein ungesagter Satz im richtigen Moment, der dir wie ein trockener Brotkrumen im Halse stecken bleibt. Es trifft mich wie ein Schlag, es wird mir schlagartig bewußt. Ich wache aus diesem Traum auf und jemand rüttelt mich wach und sagt mir unverhohlen: Doch, es ist Zeit zu gehen, die Zeit des Abschieds ist gekommen. Jemand zieht mich fort. Jeder Abschied fällt schwer, doch nicht so schwer wie dieser und auch wenn mir die  Wörter aus dem Mund wie Tränen aus den Augen fließen und noch so jedes Wort versucht das in Sätze zu kleiden was mein Gefühl nicht zu sagen vermag, trifft keines dieser Worte auch nur annähernd den Schmerz den ich empfinde und kein Mensch in der Welt kann auch nur das nachvollziehen was in mir vorgeht. Es ist Zeit zu gehen. Noch 15 Minuten, dann kommt der Bus und ich werde einsteigen und er wird mich unweigerlich und unaufhaltsam diesem Ziel näherbringen, an das ich nicht gelangen möchte. Machs gut. Ich werde mich dem beugen, so wie ich es immer tat. Die Last, die wir tragen ist das Leben mit all seinen Kostbarkeiten und Unannehmlichkeiten an sich. Doch wer wären wir, würden wir nicht das Leben mehr als Geschenk sehen an statt als Last? Carpe Diem. Ich bereite mich also vor für diesen schweren Gang. Es war mehr als das. Ich bin um eine Erfahrung reicher, die mir das Leben schenkte. Es war ein weiter Versuch zu suchen. Doch wer sucht, findet häufig nicht das was er selbst erwartet zu finden, sondern das unerwartete. Das war es wert. Gracias Argentina, te agradesco mucho por tu hospitalidad, por lo que me ensañaste, por todo. Te quedas en mi corazón. Es una tierra, mi patria querida. Que estés feliz. Un Abrazo grande. Nur noch eine Hürde, ich verabschiede mich von Ceci, der sichere Hafen in Buenos Aires, Ida y Vuelta. Sie werde ich eine Weile nicht sehen, auch das gehört dazu, cosas que duelen. Ich sage Adios, ciao, hasta luego, hasta la proxima vez, nos vemos, un abrazo, un besito, te voy a extrañar. Und…

… das wars. Einen Monat Argentina und zurück.

The End

En continuación …